Deutsches Wachstumsforum widmet sich Digitalisierung

Initiative der Strategieberatung SMP lockt Führungskräfte ins Düsseldorfer Hyatt // Gäste diskutieren über Wege in die vernetzte Welt für traditionsreiche Firmen // Top-Manager von Yello Strom und Ernsting’s Family stellen ihre Herangehensweisen vor

„Schrei vor Druck“, lautete der Titel des „Deutschen Wachstumsforums“, zu dem die Strategieberatung SMP AG am Mittwoch ins Düsseldorfer Hyatt Hotel eingeladen hatte. In Anspielung auf den Werbeslogan eines großen Internet-Schuhversenders ging es bei der Veranstaltung um die Frage, wie traditionsreiche Unternehmen erfolgreiche Wege in die vernetzte Welt finden. „In Deutschland befindet sich unter den größten 30 Online-Händlern kein einziger, dessen Wurzeln im stationären Handel liegen. In den USA hingegen kommen immerhin vier von zehn aus dem traditionellen Ladengeschäft“, sagte SMP-Partner Fritze von Berswordt in seiner Einleitung. „Die deutsche Wirtschaft hat Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung.“

SMP hat es sich zum Ziel gesetzt, Ideen für unternehmerisches Wachstum zu entwickeln, gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Deshalb lädt die Strategieberatung zwei Mal im Jahr zum „Deutschen Wachstumsforum“ ein, bei dem führende Denker und Top-Manager sich im kleinen Kreis zu aktuellen Wachstumsthemen austauschen. Mit rund 100 ausgewählten Gästen war die Veranstaltung am Mittwoch, 17. Juli, im Hyatt vor der Kulisse des Düsseldorfer Medienhafens erneut ausgebucht. Unter den Teilnehmern waren Dr. Adalbert Lechner, (Deutschland-Chef von Lindt & Sprüngli), Jürgen Cramer (Vorstand Sparkassen Direktversicherung), Thomas Drerup (Geschäftsführer Babymarkt.de), Ralph Freude (Geschäftsführer TÜV Rheinland Secure IT), Leif Cropp (Head of Emerging Businesses Eon SE) und Gerhard Müller (Direktor M.M. Warburg).

In seiner Einleitung betonte SMP-Partner von Berswordt: „Viele Unternehmen hierzulande befinden sich bei der Gestaltung von Preisen oder Portfolio noch in der alten Welt, ihre Multikanalkonzepte greifen zu kurz.“ Wie man die Digitalisierung erfolgreich angehen kann, schilderten anschließend Führungskräfte aus zwei Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die ihre Kunden sowohl online als auch offline erreichen – und damit den Erfolgsbeispielen aus den USA nacheifern. Für Referent Volker Abt, Vertriebsleiter des Stromdiscounters Yello Strom, fängt der Erfolg schon bei der Wahl des Firmensitzes an. „Es ist für uns von Vorteil, fernab der Zentrale, mit flachen Hierarchien zu arbeiten. Das fördert Innovationen“, sagte Abt. Yello Strom sitzt in Köln – der Mutterkonzern EnBW hingegen in Baden-Württemberg. Bei Yello informiert sich heute bereits die Hälfte der Kunden zuerst im Internet, bevor sie die Hotline anruft.

Auf die Verknüpfung verschiedener Verkaufswege setzt auch Johannes Ehling, Geschäftsführer der Einzelhandelskette Ernsting’s Family, die vor 45 Jahren in Coesfeld gegründet wurde. „Unsere Mitarbeiter sehen das Internet heute nicht als Bedrohung sondern als Chance für zusätzliches Wachstum“, berichtete Ehling auf dem Deutschen Wachstumsforum. Für das Geschäft über alle Vertriebskanäle inklusive eigenem Facebook-Shop betreibt Ernsting’s Family eine Logistiktochter. Den Umsatz hat das Familienunternehmen in den vergangenen sieben Jahren um mehr als zwei Drittel auf heute insgesamt 770 Millionen Euro gesteigert.